Ratgeber Allergien
Informationen für Betroffene und interessierte
Wie werden Allergien diagnostiziert?
Treten Symptome auf wie z. B. Juckreiz, Schwellungen an Mund, Augen und Nase, Quaddeln auf der Haut oder Atemnot, können diese ggf. auf eine allergische Reaktion hindeuten und sollten von einem entsprechend geschulten Arzt abgeklärt werden. Wichtig zu wissen ist dabei: Es gibt Allergieformen, bei denen die allergische Reaktion direkt nach Kontakt mit dem entsprechenden Allergen auftritt (allergische Reaktion vom Soforttyp, z. B. Nahrungsmittelallergien; häufig IgE-vermittelt) und solche, bei denen die allergischen Symptome zeitverzögert bis zu drei Tagen nach dem Allergenkontakt zum Tragen kommen (sog. Überempfindlichkeitsreaktion vom verzögerten Typ, z. B. allergisches Kontaktekzem; i. d. R. durch sensibilisierte T-Lymphozyten vermittelt).
Die Symptomatik der Allergie kann unterschiedliche Schweregrade zeigen, von leichten Beschwerden wie Jucken, Rötungen und Schwellungen bis hin zu schwersten Reaktionen wie dem anaphylaktischen Schock, der potenziell lebensbedrohlich ist.
Die Diagnose umfasst eine eingehende Anamnese (Ermittlung der Krankenvorgeschichte und der Symptome, Dokumentation des zeitlichen Auftretens der Symptome und verschiedener Hinweise auf mögliche Auslöser etc.). Anschließend kann mithilfe unterschiedlicher diagnostischer Verfahren überprüft werden, ob eine Allergie vorliegt und worauf der Patient ggf. allergisch reagiert.
Bei den sog. Hauttests wird der Patient mit potenziellen Allergenen über die Haut in Kontakt gebracht. Dies kann in unterschiedlicher Weise geschehen. Je nachdem, ob der standardisierte Allergenkontakt durch Einstechen, Einritzen, Injizieren oder Einreiben des i. d. R. wässrigen Allergenextrakts erfolgt, unterscheidet man Prick-, Scratch-, Intracutan- und Reibetest. Bei vermuteter Kontaktdermatitis erfolgt ein sog. Pflastertest, bei dem das potenzielle Allergen mit einem Pflaster für 2-3 Tage in Kontakt mit der Haut gebracht wird.
Unter strenger ärztlicher Kontrolle werden in bestimmten Fällen auch sog. Provokationstests durchgeführt. So kann z. B. der Allergenextrakt bei vermutetem Heuschnupfen direkt in die Nase gesprüht oder bei vermutetem allergischem Asthma eingeatmet werden, um die Reaktion des Patienten zu prüfen. Da es hierbei zu stärkeren allergischen Reaktionen kommen kann, ggf. sogar zu einem anaphylaktischen Schock, sollten derartige Tests nur von spezialisierten Fachärzten und ggf. stationär durchgeführt werden.
Durch Blutuntersuchungen können die Ergebnisse der o. g. Tests ggf. untermauert werden. Hierbei wird z. B. der Gesamtgehalt-IgE-Gehalt im Blut ermittelt bzw. die Werte für allergenspezifische IgE-Antikörper. Die Aussagekraft dieser quantitativen Bestimmungen ist jedoch begrenzt. Des Weiteren werden z. B. Entzündungsparameter u. a. Werte bestimmt, die weitere Informationen liefern, die die Datenaufnahme als Basis der Diagnose ergänzen können.
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